Kids Wing Tzun

Ab welchem Alter ist Kampfsport für Kinder sinnvoll?

Es ist die Frage, die uns Eltern am häufigsten stellen, meistens am Telefon und meistens mit einem Unterton von Sorge: Ist mein Kind dafür nicht noch zu klein? Die kurze Antwort lautet: Bei uns geht es ab sechs Jahren los. Die längere Antwort ist interessanter, weil das Alter nur die halbe Auskunft ist.

Warum sechs Jahre

Mit etwa sechs passiert etwas, das für Kampfkunst entscheidend ist: Kinder können eine Anweisung aufnehmen, sie behalten und sie ausführen, ohne dass jemand danebensteht. Sie können außerdem verstehen, dass eine Regel auch dann gilt, wenn gerade niemand hinschaut.

Beides braucht es. Kampfkunst mit Kindern funktioniert nur, wenn klar ist, wann geübt wird und wann Schluss ist. Wer das noch nicht trennen kann, hat keinen schlechten Charakter - er ist einfach noch nicht so weit.

Das Alter ist nicht der eigentliche Maßstab

Wir haben Sechsjährige, die vom ersten Abend an mitmachen, als hätten sie nie etwas anderes getan. Und wir haben Achtjährige, die ein halbes Jahr brauchen, bis sie in der Reihe stehen bleiben. Beides ist normal.

Woran man eher ablesen kann, ob es passt:

  • Kann das Kind ein paar Minuten bei einer Sache bleiben, die es nicht selbst ausgesucht hat?
  • Hält es aus, wenn ein anderes Kind zuerst drankommt?
  • Versteht es den Unterschied zwischen einer Übung und Streit?
  • Traut es sich, etwas zu sagen, wenn ihm etwas nicht passt?

Der letzte Punkt ist der wichtigste, und er ist auch der, an dem sich im Training am meisten verändert.

Was zu früh tatsächlich kostet

Ein Kind, das mit vier oder fünf in eine Gruppe kommt, in der es überfordert ist, lernt nicht Kampfkunst. Es lernt, dass es das hier nicht kann. Diese Erfahrung sitzt fest, und sie ist schwerer wieder loszuwerden als jede motorische Lücke.

Deshalb schicken wir gelegentlich Eltern mit einem Fünfjährigen wieder nach Hause - mit der Bitte, in einem Jahr wiederzukommen. Das ist kein verlorenes Jahr. Es ist der Unterschied zwischen einem Kind, das gern hingeht, und einem, das hingebracht werden muss.

Und wenn mein Kind schon zehn oder zwölf ist?

Dann ist es nicht zu spät, im Gegenteil. Ältere Kinder lernen die Bewegungen schneller, weil ihre Koordination weiter ist, und sie verstehen den Sinn hinter den Regeln sofort. Was bei den Kleinen ein Jahr dauert, geht bei einem Zwölfjährigen in wenigen Wochen.

Der einzige Unterschied: Ältere Kinder wollen eher wissen, wozu etwas gut ist. Diese Frage beantworten wir gern, sie ist ja berechtigt.

Was im Kids Wing Tzun tatsächlich passiert

Es geht weniger ums Kämpfen, als die meisten erwarten. Wir arbeiten an Haltung, Stimme und Reaktion: aufrecht stehen, Blick halten, deutlich sprechen. Dazu Rollenspiele für „Stopp"-Sätze, Regeln für Schulweg und Spielplatz, und Partnerübungen für Balance und Körpergefühl.

Der Grundgedanke: Ein Kind, das klar und freundlich auftritt, kommt in neun von zehn Fällen gar nicht erst in die Situation, in der es sich wehren müsste. Mehr dazu in Mobbing in der Schule.

Der ehrlichste Test

Kommen Sie mit Ihrem Kind einmal vorbei und schauen Sie sich eine Stunde an. Nicht das Kind wird dabei geprüft, sondern die Gruppe: Fühlt es sich dort wohl? Traut es sich in die Reihe? Will es nächste Woche wieder?

Diese drei Fragen beantworten mehr als jede Altersempfehlung. Das Probetraining im Kids Wing Tzun ist kostenlos und unverbindlich.