Escrima

Latosa Escrima für Anfänger: Stock, Messer und der Einstieg

Kämpfer mit Stöcken in einer rot ausgeleuchteten Halle

Escrima ist eine philippinische Kampfkunst, die mit einfachen Mitteln arbeitet: einem kurzen Stock, einem Messer oder den bloßen Händen. Im Mittelpunkt steht ein einziges Prinzip - effizient auf einen Angriff reagieren, egal ob bewaffnet oder nicht. Genau diese Klarheit macht das System auch für Anfänger gut zugänglich: Wer Escrima lernen möchte, braucht weder Vorerfahrung noch einen eigenen Stock.

Herkunft und Grundgedanke

Escrima stammt von den Philippinen und wird dort auch Arnis oder Kali genannt - wo genau der Unterschied liegt, haben wir eigens aufgeschrieben. Es ist eine der wenigen Kampfkünste, die den Umgang mit Waffen von Anfang an in den Unterricht integrieren - nicht als fortgeschrittene Disziplin, sondern als Ausgangspunkt. Die Idee dahinter: Wer gelernt hat, mit einem Stock zu schlagen und zu decken, versteht auch die Mechanik leerer Hände schneller.

Latosa Escrima ist ein spezifisches System innerhalb dieser Tradition, das auf Rene Latosa zurückgeht. Es arbeitet mit wenigen Konzepten wie Gleichgewicht, Kraft und Timing - die sechs Konzepte stellen wir einzeln vor. Anstatt hunderte isolierter Techniken auswendig zu lernen, sollen Trainierende ein Verständnis für Bewegungsprinzipien entwickeln, das sich auf verschiedene Situationen übertragen lässt.

Was im Training tatsächlich passiert

Eine typische Trainingseinheit beginnt mit Aufwärmen und grundlegenden Schlag- und Deckübungen. Dabei arbeiten Anfänger meist mit dem Rattan-Stock, einem leichten, federnd-stabilen Trainingsgerät. Die Schläge folgen festen Winkellinien - man spricht von Strikes entlang nummerierter Angriffslinien.

Danach folgen Partnerübungen: Ein Partner schlägt vor, der andere deckt und antwortet. Diese Abfolgen heißen im Englischen oft Drills. Sie trainieren Reaktionsvermögen, Timing und räumliches Bewusstsein. Mit zunehmender Erfahrung werden Abläufe freier und spontaner - ähnlich wie beim Chi Sao im Wing Tzun.

Fortgeschrittene Inhalte umfassen den Umgang mit dem Messer (sowohl als Angreifer als auch in der Abwehr), das beidhändige Führen zweier Stöcke (Doble Baston) - mehr dazu in Stock, Messer, Hände: die Ebenen im Latosa Escrima sowie Entwaffnungstechniken. Diese Bereiche werden systematisch aufgebaut und setzen das Grundlagentraining voraus.

Waffen im Training - kein Hindernis für Einsteiger

Viele Menschen zögern, eine Kampfkunst mit Waffenbezug auszuprobieren, weil sie keine Vorerfahrung haben. Bei Escrima ist das kein Problem. Der Einstieg erfolgt immer mit dem Stock, der ungefährlicher zu handhaben ist als andere Trainingswaffen und keine besonderen körperlichen Voraussetzungen erfordert.

Trainingsgeräte wie Rattan-Stöcke oder Gummitrainer für das Messertraining sind auf einen sicheren Einsatz im Kontakttraining ausgelegt. Schutzausrüstung - etwa Handschuhe und Unterarmschutz - wird je nach Übungsform eingesetzt. Verletzungen durch unkontrollierten Kontakt sollen durch Struktur und Partnerarbeit von Anfang an vermieden werden.

  • Keine Vorerfahrung im Kampfsport notwendig
  • Einstieg immer über den Grundstock (Rattan)
  • Partnerübungen mit klarer Struktur und Sicherheitsregeln
  • Schutzausrüstung wird gestellt bzw. empfohlen
  • Aufbauendes System: Messer und Doppelstock kommen später

Verbindung zu anderen Kampfkünsten

Escrima und Wing Tzun werden an der EBMAS Akademie Schwelm gemeinsam unterrichtet - das ist kein Zufall. Beide Systeme teilen ähnliche Grundüberzeugungen: Wirtschaftlichkeit der Bewegung, unmittelbare Reaktion auf das, was der Partner gibt, und eine klare Abgrenzung zwischen Übungsform und freiem Training.

Wer beide Systeme parallel trainiert, stellt oft fest, dass sich Konzepte gegenseitig verstärken. Die Winkelarbeit aus dem Escrima schärft das räumliche Denken, das im Wing Tzun bei der Deckungsarbeit hilft. Umgekehrt bringt die Nahkampferfahrung aus dem Wing Tzun ein besseres Gespür für Distanzwechsel im Escrima-Training mit.

Für wen ist Escrima geeignet?

Escrima ist eine Kampfkunst für Erwachsene, die strukturiertes, partnerbasiertes Training schätzen. Besondere Athletik ist keine Voraussetzung. Technik und Prinzip stehen über roher Kraft, deshalb funktioniert das System auch für kleinere und leichtere Menschen.

„Escrima lehrt dich nicht, wie du einen bestimmten Angriff blockierst. Es lehrt dich, wie du dich bewegst.“

Grundgedanke des konzeptionellen Escrima-Trainings

Das Training eignet sich für Menschen, die sich für philippinische Kampfkünste interessieren, aber auch für alle, die ihr bestehendes Kampfkunsttraining durch Waffenarbeit ergänzen möchten. Den Termin für dein kostenloses Probetraining wählst du direkt online. Bequeme Sportkleidung reicht, alles Weitere stellen wir.

Häufige Fragen von Escrima-Anfängern

Brauche ich einen eigenen Stock?

Nein. Zum Probetraining bekommst du einen Stock von uns. Wenn du dabei bleibst, hilft dir unser Beitrag Welchen Stock brauche ich für Escrima? bei Material und Länge.

Bin ich mit 40 oder 50 zu alt für Escrima?

Nein. Das Training baut auf Technik und Timing auf, nicht auf Tempo. Mehr dazu in Escrima mit 40, 50 oder älter.

Escrima oder Wing Tzun - womit fange ich an?

Beides ist als Einstieg möglich, und viele trainieren später beides. Eine Entscheidungshilfe findest du in Wing Tzun oder Escrima - was passt zu dir?


Latosa Escrima ist kein exotisches Nischenphänomen, sondern ein durchdachtes System mit langer Tradition und klarem Trainingsaufbau. In Schwelm wird es als eigenständige Disziplin und als Ergänzung zum Wing Tzun unterrichtet. Wer neugierig ist, wie Waffenarbeit als Teil einer Kampfkunstausbildung funktioniert, ist in der EBMAS Akademie an der Kaiserstraße 55 am richtigen Ort. Termin für dein Probetraining wählen genügt - und wie das System entstanden ist, liest du in Die Geschichte des Escrima.